Roboter für Unternehmen, die in der Gebäudereinigung tätig sind: Die 5 wichtigsten Fragen

Roboter für Unternehmen, die in der Gebäudereinigung tätig sind: Die 5 wichtigsten Fragen

Robotik wird für Gebäudereinigungsunternehmen zunehmend interessant. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um autonome Reinigungsroboter. Auch Service- und Lieferroboter können dabei helfen, wiederkehrende Wege zu automatisieren, Materialien zu transportieren und Mitarbeitende bei körperlich monotonen Aufgaben zu entlasten.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht einfach: Welcher Roboter ist der beste?

Viel wichtiger ist: Welcher Roboter passt zu den eigenen Objekten, Prozessen und Mitarbeitern?

Wer einen Reinigungsroboter, Serviceroboter oder Lieferroboter für sein Unternehmen kaufen möchte, sollte vor der Entscheidung insbesondere diese fünf Fragen beantworten.

1. Welche Aufgaben soll der Roboter tatsächlich übernehmen?

Bevor Modelle, Akkulaufzeiten oder technische Daten verglichen werden, sollte der konkrete Prozess betrachtet werden.

Denn Roboter können in der Gebäudereinigung sehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Reinigungsroboter

Professionelle Reinigungsroboter eignen sich vor allem für wiederkehrende Bodenreinigungsaufgaben. Je nach Modell können sie beispielsweise:

  • saugen,

  • kehren,

  • schrubben,

  • wischen,

  • Wasser aufnehmen,

  • selbstständig definierte Flächen abfahren.

Besonders interessant sind große und regelmäßig zu reinigende Bereiche wie Flure, Eingangsbereiche, Bürogebäude, Hotels, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Einkaufszentren oder Produktionsflächen.

Der Roboter ersetzt dabei nicht sämtliche Aufgaben einer Reinigungskraft. Sanitärbereiche, Oberflächen, Treppen oder schwer erreichbare Stellen müssen weiterhin manuell gereinigt werden.

Der sinnvollere Ansatz lautet daher: Automatisieren, was sich regelmäßig wiederholt, und Mitarbeiter dort einsetzen, wo ihre Flexibilität und Erfahrung benötigt werden.

Liefer- und Transportroboter

Für Gebäudereiniger können auch Transportwege relevant sein.

Müssen beispielsweise Verbrauchsmaterialien, Wäsche, Reinigungsutensilien oder andere Gegenstände regelmäßig innerhalb eines großen Objektes bewegt werden, kann ein Lieferroboter solche Wege übernehmen.

Gerade bei weitläufigen Gebäuden entsteht dadurch ein interessanter Effekt: Mitarbeiter verbringen weniger Zeit mit Laufwegen und können mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben nutzen.

Serviceroboter

Serviceroboter kommen insbesondere dort infrage, wo Gebäudereinigung mit weiteren Facility- oder Servicedienstleistungen kombiniert wird.

In Hotels, Pflegeeinrichtungen oder großen Unternehmensgebäuden können sie beispielsweise Gegenstände transportieren oder interne Serviceprozesse unterstützen.

Vor dem Kauf sollte deshalb nicht zuerst nach einem Robotermodell gesucht werden, sondern nach einem Prozess, der automatisiert werden soll.


2. Funktioniert der Roboter überhaupt in meinen Objekten?

Ein leistungsfähiger Roboter bringt wenig, wenn er nicht zu den tatsächlichen Einsatzbedingungen passt.

Gerade Gebäudereinigungsunternehmen betreuen häufig sehr unterschiedliche Kundenobjekte. Deshalb sollte vor der Anschaffung genau geprüft werden, unter welchen Bedingungen der Roboter eingesetzt werden soll.

Wichtige Fragen sind beispielsweise:

  • Wie groß sind die zu bearbeitenden Flächen?

  • Welche Bodenbeläge sind vorhanden?

  • Wie breit sind Türen und Durchgänge?

  • Gibt es viele Möbel oder regelmäßig wechselnde Hindernisse?

  • Gibt es Schwellen oder Rampen?

  • Wie stark ist der Publikumsverkehr?

  • Soll der Roboter während oder außerhalb der Öffnungszeiten arbeiten?

  • Gibt es mehrere Etagen?

  • Müssen Aufzüge genutzt werden?

  • Gibt es geeignete Standorte für Lade- oder Dockingstationen?

Vor allem bei Reinigungsrobotern ist außerdem die tatsächlich nutzbare Fläche wichtiger als die gesamte Quadratmeterzahl eines Gebäudes.

Ein Objekt mit 5.000 Quadratmetern Gesamtfläche kann beispielsweise deutlich weniger zusammenhängende Fläche besitzen, die ein Roboter effizient autonom reinigen kann.

Bei der Auswahl sollten deshalb nicht ausschließlich Herstellerangaben wie maximale Flächenleistung oder Akkulaufzeit betrachtet werden.

Praxistest statt Datenblatt

Idealerweise wird die geplante Einsatzumgebung vor dem Kauf analysiert.

Noch besser ist ein Test direkt im Objekt.

Dabei zeigt sich schnell:

  • Wie gut navigiert der Roboter?

  • Erkennt er Personen und Hindernisse zuverlässig?

  • Kommt er durch schmale Bereiche?

  • Wie verhält er sich bei Publikumsverkehr?

  • Welche Flächen kann er tatsächlich bearbeiten?

  • Wie hoch ist der manuelle Aufwand vor und nach einem Einsatz?

Gerade für Gebäudereinigungsunternehmen kann ein solcher Test wertvoll sein, weil sich daraus später auch ableiten lässt, welche weiteren Kundenobjekte für Robotik geeignet sind.


3. Wann rechnet sich ein Reinigungs-, Service- oder Lieferroboter?

Eine der häufigsten Fragen beim Kauf eines professionellen Roboters lautet:

Was kostet der Roboter?

Für eine wirtschaftliche Entscheidung reicht diese Frage allerdings nicht aus.

Interessanter ist:

Was kostet der aktuelle Prozess und wie verändert sich dieser durch den Roboter?

Bei einem Reinigungsroboter könnten beispielsweise folgende Faktoren betrachtet werden:

  • täglich zu reinigende Fläche,

  • benötigte Arbeitszeit,

  • Anzahl der Reinigungseinsätze,

  • Personalkosten,

  • Laufwege,

  • Maschinenkosten,

  • Auslastung des Roboters,

  • Wartungs- und Betriebskosten.

Bei einem Lieferroboter stehen dagegen häufig interne Transportwege im Mittelpunkt.

Ein einfaches Beispiel:

Wenn Mitarbeiter jeden Tag viele Male zwischen Materiallager, Reinigungskräften und verschiedenen Gebäudebereichen laufen, entstehen über Wochen und Monate erhebliche Wegezeiten.

Kann ein Roboter einen Teil dieser Transporte übernehmen, werden keine Mitarbeiter „überflüssig“. Vielmehr kann vorhandene Arbeitszeit produktiver eingesetzt werden.

Kaufpreis allein ist nicht entscheidend

Beim Vergleich unterschiedlicher Lösungen sollten deshalb die Gesamtkosten über den geplanten Nutzungszeitraum betrachtet werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Anschaffung oder Leasing,

  • Software,

  • Einrichtung,

  • Wartung,

  • Verschleißteile,

  • Verbrauchsmaterialien,

  • Service,

  • mögliche Ausfallzeiten.

Je intensiver der Roboter genutzt wird, desto interessanter kann die Wirtschaftlichkeit werden.

Deshalb sollte vor einer Anschaffung möglichst konkret berechnet werden:

Wie viele produktive Stunden oder Quadratmeter kann der Roboter pro Woche tatsächlich übernehmen?

Diese Kennzahl ist für eine Entscheidung häufig aussagekräftiger als eine theoretische maximale Flächenleistung.


4. Wie autonom und sicher arbeitet der Roboter?

Gerade in Gebäuden mit Mitarbeitern, Gästen, Bewohnern oder Kunden ist Sicherheit ein zentraler Punkt.

Moderne professionelle Roboter nutzen je nach System verschiedene Sensoren und Navigationstechnologien, um ihre Umgebung zu erfassen.

Sie können beispielsweise:

  • Personen erkennen,

  • Hindernissen ausweichen,

  • vor Objekten stoppen,

  • definierte Bereiche selbstständig abfahren,

  • Karten speichern,

  • alternative Wege berechnen.

Trotzdem unterscheiden sich Roboter deutlich hinsichtlich Navigation, Sensorik und Einsatzmöglichkeiten.

Ein System für eine weitgehend freie Produktionshalle muss beispielsweise andere Anforderungen erfüllen als ein Reinigungsroboter für ein Hotel mit Gästen, Gepäckstücken und regelmäßig wechselnden Hindernissen.

Was passiert, wenn etwas im Weg steht?

Genau solche Situationen sollten bei einer Vorführung getestet werden.

Was passiert beispielsweise, wenn:

  • ein Stuhl plötzlich im Fahrweg steht?

  • eine Person vor den Roboter läuft?

  • eine Tür geschlossen ist?

  • ein Reinigungswagen den Weg blockiert?

  • sich die Umgebung seit der Kartierung verändert hat?

Ein guter Robotereinsatz bedeutet nicht, dass niemals Hindernisse auftreten.

Der Roboter muss vielmehr so damit umgehen können, dass der Betrieb möglichst zuverlässig weiterläuft.

Auch die Bedienung zählt

Autonomie bedeutet außerdem nicht, dass Menschen keine Rolle mehr spielen.

Mitarbeiter müssen wissen:

  • wie ein Einsatz gestartet wird,

  • wie Reinigungspläne ausgewählt werden,

  • wie Verbrauchsmaterialien gewechselt werden,

  • wie Sensoren gereinigt werden,

  • was bei einer Störung zu tun ist.

Je einfacher diese Abläufe sind, desto leichter lässt sich Robotik langfristig in den Arbeitsalltag integrieren.


5. Was passiert nach dem Kauf des Roboters?

Dieser Punkt wird bei Kaufentscheidungen häufig unterschätzt.

Ein professioneller Roboter sollte nicht einfach geliefert, ausgepackt und dem Reinigungsteam übergeben werden.

Damit Robotik im Alltag funktioniert, müssen Technik, Prozesse und Mitarbeiter zusammenspielen.

Deshalb sollte bereits vor dem Kauf geklärt werden:

  • Wer richtet den Roboter ein?

  • Wer kartiert die Flächen?

  • Wer erstellt die Reinigungs- oder Fahrpläne?

  • Werden Mitarbeiter geschult?

  • Gibt es einen Ansprechpartner bei Problemen?

  • Wie schnell sind Ersatzteile verfügbar?

  • Wer übernimmt Wartung und Reparaturen?

  • Gibt es Software-Updates?

  • Können später weitere Roboter ergänzt werden?

Für Gebäudereinigungsunternehmen ist dieser Punkt besonders wichtig.

Schließlich soll der Roboter häufig nicht nur in einem einzigen Gebäude eingesetzt werden. Langfristig kann daraus ein skalierbares Angebot für weitere Kundenobjekte entstehen.

Aus einem ersten erfolgreichen Projekt können dadurch weitere Anwendungsfälle entstehen.

Roboter kaufen oder leasen?

Auch das Finanzierungsmodell sollte zur geplanten Nutzung passen.

Grundsätzlich kommen je nach Anbieter beispielsweise infrage:

  • Direktkauf,

  • Finanzierung,

  • Leasing,

  • Mietmodelle.

Ein Kauf kann sinnvoll sein, wenn der Roboter langfristig und regelmäßig eingesetzt werden soll.

Leasing oder andere monatliche Modelle können dagegen den Einstieg erleichtern und Investitionskosten besser planbar machen.

Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, sollte immer gemeinsam mit dem geplanten Einsatz betrachtet werden.


Welcher Roboter passt zur Gebäudereinigung?

Die Auswahl sollte nicht mit der Frage beginnen:

„Welchen Roboter sollen wir kaufen?“

Besser sind zunächst diese fünf Fragen:

  1. Welche konkrete Aufgabe möchten wir automatisieren?

  2. Welche Bedingungen herrschen in unseren Kundenobjekten?

  3. Wie häufig und wie lange kann der Roboter produktiv eingesetzt werden?

  4. Wie sicher und zuverlässig funktioniert er im realen Betrieb?

  5. Wie sehen Einrichtung, Schulung, Wartung und Service aus?

Erst anschließend sollte entschieden werden, welches Modell und welche Roboterklasse dafür geeignet sind.

Für Gebäudereinigungsunternehmen kann Robotik dabei weit mehr sein als eine neue Reinigungsmaschine. Richtig eingesetzt können Reinigungs-, Service- und Lieferroboter repetitive Aufgaben übernehmen, Laufwege reduzieren und dabei helfen, vorhandenes Personal gezielter einzusetzen.

Reinigungsroboter oder Serviceroboter im eigenen Betrieb testen

Sie möchten herausfinden, ob sich ein Reinigungsroboter, Lieferroboter oder Serviceroboter für Ihre Objekte eignet?

Wir betrachten gemeinsam Ihre Flächen und Prozesse und prüfen, welcher Robotertyp für den geplanten Einsatz sinnvoll ist. Dabei geht es nicht darum, irgendeinen Roboter zu verkaufen, sondern eine Lösung zu finden, die sich im täglichen Betrieb tatsächlich einsetzen lässt.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wo Robotik in Ihrem Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann.

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